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KI in der Windpark-Projektierung: Weniger Routine, mehr Projektarbeit

KI sollte Projektentwickler nicht ersetzen, sondern ihnen Routinearbeit abnehmen: Auflagen erkennen, Informationen strukturieren, Aufgaben vorbereiten und wiederkehrende Kommunikation unterstützen. So bleibt mehr Zeit für die Entscheidungen, die ein Windprojekt wirklich voranbringen.

· 4 Min. Lesezeit
KI in der Windpark-Projektierung, BimschG Genehmigungsbescheid

Projektentwicklung ist anspruchsvoll – der Arbeitsalltag oft erstaunlich manuell

Windpark-Projektierung ist komplex. Genehmigungsrecht, Flächensicherung, Netzanschluss, Gutachten, Planung, Verträge und Termine müssen über Jahre zusammengeführt werden.

Umso erstaunlicher ist, wie viel Arbeitszeit weiterhin für Tätigkeiten verwendet wird, die fachlich kaum Mehrwert schaffen.

Ein typisches Beispiel ist die BImSchG-Genehmigung:

Ein Mitarbeiter liest einen mehrere hundert Seiten umfassenden Bescheid, markiert Auflagen, überträgt Fristen in Excel oder eine Aufgabenliste und verteilt einzelne Punkte anschließend an die zuständigen Kollegen und Gutachter.

Einige Wochen später wird geprüft, was noch offen ist.

Dann entsteht die nächste E-Mail:

„Hallo Herr ..., könnten Sie uns bitte mitteilen, wie der aktuelle Stand zu Punkt 4.3.2 der Genehmigung ist?“

Vier Wochen später folgt nahezu dieselbe Nachricht erneut.

Das ist keine Projektentwicklung. Das ist Verwaltung von Informationen.


Der Engpass ist häufig nicht fehlendes Wissen

Projektierer beschäftigen hochqualifizierte Mitarbeiter, weil diese Projekte beurteilen, Risiken erkennen und Lösungen entwickeln können.

Ihre Zeit sollte deshalb vor allem in Aufgaben fließen wie:

  • Abstimmung mit Behörden und Gemeinden
  • Bewertung von Planungs- und Genehmigungsrisiken
  • Optimierung von Layout und Wirtschaftlichkeit
  • Verhandlung mit Eigentümern und Vertragspartnern
  • Netzanschlussstrategie
  • Steuerung von Gutachtern und Dienstleistern
  • Entwicklung neuer Projekte

Wenn dieselben Mitarbeiter stattdessen Dokumente durchsuchen, Fristen abschreiben, E-Mail-Texte formulieren oder Informationen aus unterschiedlichen Ordnern zusammentragen, wird teure Fachkompetenz für Routinearbeit eingesetzt.

Genau hier kann KI einen echten Produktivitätsgewinn schaffen.


KI sollte zuerst die langweiligen Aufgaben übernehmen

Der größte Nutzen von KI in der Windpark-Projektierung liegt nicht unbedingt darin, komplexe Entscheidungen selbst zu treffen.

Viel interessanter sind zunächst die tausenden kleinen Arbeitsschritte rund um ein Projekt.

Eine KI kann beispielsweise einen Genehmigungsbescheid analysieren und erkennen:

  • Welche Auflagen enthält die Genehmigung?
  • Wer könnte für die Umsetzung zuständig sein?
  • Welche Nachweise müssen vor Baubeginn vorliegen?
  • Welche Fristen oder zeitlichen Abhängigkeiten gibt es?
  • Welche Auflagen betreffen Schall, Schatten, Naturschutz oder Bauausführung?
  • Welche Punkte sind möglicherweise noch ungeklärt?

Aus einem langen Dokument entsteht damit keine weitere Ablage, sondern eine strukturierte Arbeitsgrundlage.

Der Projektleiter prüft die Vorschläge und entscheidet, was tatsächlich übernommen wird.


Auch Kommunikation muss nicht jedes Mal neu entstehen

Dasselbe gilt für die laufende Projektsteuerung.

Wenn im System bereits hinterlegt ist, dass ein Gutachter einen bestimmten Nachweis liefern muss und der Termin näher rückt, sollte niemand jedes Mal eine neue E-Mail von Hand schreiben müssen.

Die Software kann einen passenden Entwurf vorbereiten:

„Der Nachweis gemäß Nebenbestimmung 4.3.2 ist aktuell noch offen. Können Sie uns bitte den Bearbeitungsstand und den voraussichtlichen Liefertermin mitteilen?“

Der Mitarbeiter prüft die Nachricht, passt sie bei Bedarf an und versendet sie.

Der Unterschied klingt klein.

Multipliziert man solche Vorgänge jedoch mit 20 Projekten, 50 Beteiligten und mehreren Jahren Projektlaufzeit, entsteht daraus erheblicher Zeitaufwand.


KI wird besonders wertvoll, wenn sie den Projektkontext kennt

Ein allgemeiner Chatbot kennt ein Windprojekt nicht.

Wirklich interessant wird KI deshalb erst, wenn sie mit den vorhandenen Projektdaten verbunden ist.

Sie sollte wissen:

  • welche Genehmigung zum Projekt gehört,
  • welche Flächen bereits gesichert sind,
  • welche Gutachten beauftragt wurden,
  • welche Termine anstehen,
  • welche Aufgaben offen sind,
  • welche Dokumente neu eingegangen sind,
  • welche Personen für welche Themen zuständig sind.

Dann kann KI Zusammenhänge erkennen, anstatt nur einzelne Dokumente zu beantworten.

Aus „Fasse dieses PDF zusammen“ wird beispielsweise:

„Welche neuen Verpflichtungen ergeben sich aus diesem Dokument für unser Projekt?“

Oder:

„Welche offenen Punkte müssen vor Baubeginn noch erledigt werden?“

Das ist für die Projektentwicklung erheblich wertvoller.


Der Projektentwickler bleibt Entscheider

Gerade bei Windenergieprojekten wäre es falsch, Aufgaben oder Entscheidungen vollständig automatisch ausführen zu lassen.

Ein Genehmigungsbescheid kann Besonderheiten enthalten. Eine Auflage kann anders interpretiert werden. Ein Gutachter benötigt einen anderen Vorlauf als üblich. Und manchmal entscheidet der Projektleiter bewusst gegen den vermeintlich offensichtlichen nächsten Schritt.

Deshalb sollte KI in Projektmanagement-Systemen vor allem Vorschläge machen.

Dokument erkannt.
Auflage identifiziert.
Aufgabe vorgeschlagen.
E-Mail vorbereitet.
Frist erkannt.

Der Mitarbeiter entscheidet.

Damit bleibt die fachliche Kontrolle dort, wo sie hingehört, während der administrative Aufwand sinkt.


Mehr Effizienz bedeutet am Ende mehr Fokus

Die wichtigste Frage beim Einsatz von KI lautet deshalb nicht:

„Welche Aufgaben kann KI übernehmen?“

Sondern:

„Mit welchen Aufgaben sollten sich unsere Mitarbeiter eigentlich beschäftigen?“

Projektentwickler sollten Projekte entwickeln.

Sie sollten Probleme lösen, Entscheidungen treffen, mit Beteiligten sprechen und Projekte wirtschaftlich und genehmigungsrechtlich voranbringen.

Sie sollten möglichst wenig Zeit damit verbringen, Informationen aus PDFs abzuschreiben oder zum fünften Mal dieselbe Erinnerungs-E-Mail zu formulieren.

Genau darin liegt für uns das größte Potenzial von KI in der Windpark-Projektierung:

Nicht weniger Menschen im Projekt – sondern mehr Zeit für die wichtigen Dinge.


KI in RINO

RINO entwickelt KI-Funktionen deshalb direkt im Kontext des jeweiligen Windenergieprojekts.

Dokumente können analysiert, relevante Informationen erkannt und daraus beispielsweise Aufgaben, Fristen oder nächste Schritte vorgeschlagen werden.

Die KI ersetzt dabei nicht die Entscheidung des Projektentwicklers.

Sie nimmt ihm die Arbeit ab, die eigentlich keine Entscheidung erfordert.

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